Markus Orths

Picknick im Dunkeln

Blick ins Buch

Der andere saß dort, an die Wand des Tunnels gelehnt, leise schnaufend. Stanley konnte nichts dagegen tun: Er hatte keine Angst, sondern fühlte sich unfassbar hingezogen zu einem möglichen Menschen. (S.7)

Verlagsvorschau

Eine unglaubliche Begegnung, die den Bogen spannt über siebenhundert Jahre Weltgeschichte: Zwei Männer treffen sich in vollkommener Finsternis. Sie wollen ans Licht, unbedingt. Sie tasten sich voran, führen irrwitzige Gespräche und teilen die Erinnerungen an zwei haarsträubend unterschiedliche Leben. Die Männer? Stan Laurel und Thomas von Aquin. Der begnadete Komiker trifft auf den großen Denker des Mittelalters. Warum hier? Warum jetzt? Warum gerade sie beide? Genau dies müssen sie herausfinden, um endlich ans Licht zu gelangen. „Picknick im Dunkeln“ ist eine aufregende philosophische Reise, eine urkomische und todernste Geschichte über die großen Fragen des Lebens.

 

Pressestimmen

Eine witzige, geistreiche und absurde Geschichte.
Buchtipp Süddeutsche Zeitung, 12.08.2020

Thomas und Stan freunden sich in der Zwischenwelt an. Auch in ihren Gedanken- und Gefühlswelten lernen sie sich zu verstehen. ... Die Romanfiguren Thomas von Aquin und Stan Laurel berühren den Leser, weil sie sich zuhören, weil sie sich durch das Erzählen ihrer Geschichten trösten und weil es dem Autor gelingt, die großen, schweren Sinnfragen mit Humor auszupolstern durch das Gegengewicht des Lachens. Picknick im Dunkeln ist ein Roman, der klug und unterhaltsam im Leser einen Resonanzraum erzeugt, um über die großen Sinnfragen nachzudenken.
Johannes Schröer, Deutschlandradio, 19.07.2020

Die beiden entgegengesetzten Sichtweisen des Heiligen und des Komikers stellt Orths als zwei mögliche Reaktionen auf Albert Camus‘ Sisyphos-Mythos dar: Thomas empfiehlt der antiken Sagengestalt, in der Camus die Existenz des modernen Menschen erkennt, den Stein einfach weiterzurollen, in die Höhe, zu Gott – im festen Glauben, dass dieser Weg tragen wird. Laurel dagegen macht aus dem Stein ein Klavier, das er in einer seiner berühmten Filmszenen zusammen mit Hardy eine steile Treppe hinaufschleppen muss. Nach langer Plackerei erkennen die beiden schließlich, dass sie das Klavier auch ohne Mühe mit einem Pferdefuhrwerk hätten anliefern können. Ob wir uns Sisyphos als einen lachenden Menschen vorstellen dürfen?... In vergnüglichen, bisweilen aberwitzigen Dialogen zwischen seinen beiden ungleichen Protagonisten legt Markus Orths feine Denkspuren, auf denen man Laurel und Thomas leicht folgen kann. Weder muss man die komplizierten Summen des Aquinaten studiert, noch sämtliche Stan-und-Ollie-Filme gesehen haben, um an diesem Zwiegespräch Gefallen zu finden. ... Das irre Finale des Romans gibt den Leserinnen und Lesern aber Anreiz zu eigenem Weiterdenken. 
Matthias Lehnert, Thomas Morus Akademie, 11.07.2020

Markus Orths entfaltet aus seinem zunächst absonderlich anmutenden Einfall einen amüsanten und doch tiefgängigen Roman, der in einem Zwischenreich zwischen Leben und Tod angesiedelt ist und in dem der Komiker aus dem 20. und der Theologe aus dem 13. Jahrhundert in ein Gespräch eintauchen, das stets auf dem Grat zwischen Albernheit und Erkenntnis balanciert.
SWR Bestenliste April 2020 Platz 7

In außergewöhnlich guter Weise gelingt es, die Waage zwischen Ereignissen auf der Handlungsebene der Figuren und der philosophischen Abstraktionsebene zu halten. ... Je mehr die Figuren durch persönliche Rückblenden und den philosophischen Austausch über den Tod, die Liebe und den Sinn und Unsinn des Lachens über sich selbst erkennen, desto höhere Ebenen erreichen sie beim Durchschreiten des Tunnels. … Diese Simultanität des Voranschreitens ist nicht nur eine Raffinesse auf der Bedeutungsebene dieses Romans, sondern fesselt den Leser gleich in doppeltem Sinne an die Geschichte. Man ist zu keinem Zeitpunkt der Handlung schlauer als Stan und Thomas und deshalb umso gespannter, wie diese surreale Gefangenschaft der beiden aufgelöst wird. ... Orths glückt es mit klaren und oftmals bildhaften Formulierungen, die philosophisch tieferen Gedanken so darzustellen, dass man ihnen zu jedem Zeitpunkt folgen kann. ... Die zuweilen humorigen Erzählungen werden nicht von philosophischem Schwergewicht erdrückt, die Philosophie hingegen ist hier mehr als nur ein intellektuelles Zubrot. Eine klare Leseempfehlung für all diejenigen, die sowohl das Lachen als auch das Denken schätzen.
Sascha Mangliers, Literaturkritik, 03.06.2020

Eine mitreißende intellektuelle Reise quer durch Biografien und Philosophien – völlig verrückt, unzeitgemäß und gerade deshalb so elektrisierend. ... Orths ist ein Meister tiefgründigen und zugleich ungemein witzigen Erzählens.
Henning Klingen, Cicero, Mai 2020

Wenn Menschen halbe Kugeln sind, die ihren Konterpart suchen, haben sich Stan Laurel und Thomas von Aquin als ideale Partner gefunden, und Markus Orths hat sie mit leichter Hand durch ihren Tunnel ziehen lassen. Ein höchst gewinnendes und bei aller Nähe zum Tod surreal angelegtes, süffig geschriebenes und deshalb wundersam leicht zu lesendes Kabinettstück.
Viola Bolduan, Echo, 16.04.2020

Ein wunderlich bezauberndes Buch über die Sehnsucht nach und die Möglichkeit zur Nähe in unmöglichen Situationen.
Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau, 14.04.20

Picknick im Dunkeln ist ein raffinierter, ein gebildeter Roman, den man langsam lesen sollte, denn es geht um die letzten, die wesentlichen Dinge ... Bei richtig spannenden Büchern neigt man als Leser dazu, zu 'spicken', was denn auf den letzten Seiten passiert. Bei Markus Orths' neuem Roman wagt man das nicht - das ist das höchste Lob, das man einem Erzähler zollen kann.
Matthias Kehle, Badisches Tagblatt, 11.05.2020

Es sollte ein Buch sein, in dem sich Heiterkeit und Wahnsinn, Lebensphilosophie und Unterhaltung treffen, oder? Ich habe da eine unglaubliche Geschichte bei mir zu Hause am Schreibtisch gehabt und sie nach dem Lesen sofort meiner Kollegin im Laden weitergegeben: „Picknick im Dunkeln“ von Markus Orths. Zwei Herren treffen sich im völligen Dunkel: Thomas von Aquin und Stan Laurel, was zwischen Slapstick und größter Ernsthaftigkeit, zwischen 13. und 20. Jahrhundert einen unfassbar komischen und doch auch todernsten Bogen spannt.
Buchtipp Abendzeitung München, 20.03.2020

In dieser humorvoll geschriebenen und gleichzeitig tieftraurigen Geschichte tasten sich Stan Laurel und Thomas von Aquin gemeinsam durch die Dunkelheit und machen sich dabei tiefschürfende Gedanken über das Leben und darüber hinaus. Deswegen passt das wunderbar in unsere Zeit, denn auch wir tappen aktuell im Dunkeln ...
Buchtipp Süddeutsche Zeitung, 20.03.2020

Im Kern geht es um die Frage, ob das Leben jetzt oder später stattfindet, ob sich mit dem Jenseits etwas verbindet, worauf es sich zu warten lohnt. Dem Auferstehungsglauben des Thomas von Aquin setzt Stan Laurel eine iridsche Erlösung durch Gelächter entgegen. ... Markus Orths gelingt es in diesem Roman, solche Thesen herauszuarbeiten, ohne dass die Leichtigkeit verloren ginge. Ein heiterer Optimismus führt Regie. ... Das Dunkel, welches die beiden Protagonisten umgibt, ist ein physisches und ein metaphysisches Dunkel, es bietet sich als materielle Begrenzung dar, aber eben auch als Raum, in dem die letzten Fragen nach einer Antwort verlangen. Aus dem Gespräch der so gegensätzlichen Protagonisten entsteht im Laufe des Romans nicht nur Komik, sondern auch Erkenntnis. ... Ein unterhaltsamer und fein gearbeiteter Roman, ... der sich nicht scheut, große Fragen zu stellen – und Antworten zu finden.
Tanya Lieske, Deutschlandfunk, 17.03.2020

Das Buch ... lässt einen über die wesentlichen Dinge des Lebens nachdenken, die man oft verdrängt, ... es berührt einen sehr, aber lässt einen trotzdem oder vielleicht deswegen mit einem Lächeln zurück.
Katharina Fuchs, SWR 1, 05.03.2020

Markus Orths, dieser Autor fürs Groteske und Skurrile, hat wieder zugeschlagen: diesmal mit einem Roman, der völlig im Dunkeln spielt und sich erst zum Ende hin ein ganz klein wenig lichtet. Und ich stelle mir vor, wie Orths mal mit einem sardonischen Grinsen, dann wieder mit diabolischem Gelächter an seinem Text gearbeitet hat.
Werner Jung, Neues Deutschland, 10.03.2020

Picknick im Dunkeln ist keine bloße Gedankenspielerei oder gelehrte Vermittlung philosophischen Wissens ... Der Leser begibt sich mit „Picknick im Dunkeln“ auf eine vom Feuer persönlicher Fragen angetriebene, philosophische Forschungsreise. Sie folgen einem Feldzug für Verständigung und Toleranz. Während die Geschichte noch im Dunkeln tappt, gehen ihnen die Augen auf. Samuel Beckett steht Pate und Dante gibt seinen Segen dazu.
Maria Anna Blöchinger, Schwäbische Zeitung, 19.02.2020

Orths bringt Thomas von Aquin mit Stan Laurel zusammen ... Wer das für eine Schnapsidee hält und das Buch erst gar nicht aufschlägt, dem entgeht ein famoses Vergnügen. Picknick im Dunkeln ist ein so tiefsinniger wie federleichter Roman, amüsant und geistvoll zugleich. ... Dieses Buch werden viele mögen. Es versetzt einen in eine «unmögliche» Situation und schafft es, dass wir sie als selbstverständlich wahrnehmen. Es lenkt die Neugier von der «action», also der Frage, wie es weitergeht, schnell auf die Dramaturgie des Dialogs. Es schwingt sich immer wieder zu stilistischen Glanzstücken auf und dreht kleine, virtuose Pirouetten – etwa, wenn es die Flucht von Thomas aus einem Turmgefängnis in einen Stan-&-Ollie-Slapstick überblendet. Der eigentliche Zauber des Buches liegt in der Kollision zweier unvereinbarer Standpunkte und Weltsichten, die von völligem Unverständnis zum Begreifen, zum Ineinandergleiten führt. ... Markus Orths führt vor, wie man miteinander reden, sich verständigen und schliesslich verstehen kann, auch wenn man von denkbar weit entfernten Positionen herkommt. Eine in Zeiten wachsender Intoleranz und Abschottung höchst willkommene Lektüre.
Martin Ebel, Tages-Anzeiger, 17.02.2020

Zusammen sind sie ein unschlagbares Paar. Geschickt verknüpft Orths in seiner ‚Göttlichen Komödie‘ drei Erzählebenen: das physische Herumtasten im Dunkeln, philosophische Dispute über Gottesbeweise und Weltweisheit, Erinnerungen aus dem Leben des Komikers wie des Klerikers. … Orths macht das Schwere leicht und das Dunkle hell und lässt sich auch vom Dämon der ‚Ablenkung vom Wesentlichen‘ nicht in die Irre führen. In seinem hochkonzentrierten Kammerspiel bleibt alles in einer filigranen, leichthändigen Schwebe zwischen absurder Parabel und göttlichem Slapstick. … Bei Orths wird aus dem Grimassieren im Dunkeln ein Totengespräch voller Lebensweisheit und gutem Witz.
Martin Halter, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.02.2020

Markus Orths' freigeistiger Roman wirft auch ein Schlaglicht auf die erhitzte Debattenkultur unserer Zeit. ... Die Annäherung zwischen dem Komiker des 20. Jahrhunderts und dem intellektuellen Schwergewicht des Mittelalters erweist sich als humorvolle und erkenntnisreiche Begegnung. ... Markus Orths' literarische Jenseitsreise zeigt mithin, was Literatur kann: Sie vermag auf eine höchst charmante Weise unbekannte Räume zu erschließen.
Björn Hayer, WDR 3, 11.02.2020

Stanley, ja, genau der von Stan und Ollie, wacht in vollkommener Dunkelheit auf. Wo ist er gelandet? Er tastet sich voran und stösst auf einen anderen Mann – niemand anderen als Thomas von Aquin. Der ist aber schon 700 Jahre tot. Wo also sind die beiden? Es bleibt dunkel. Und ihnen bleibt nichts als Reden, Reden, Reden. Stan versucht, Thomas Slapstickfilme zu erklären, überhaupt den Sinn des Humors. Thomas geht es eher um den Sinn des Daseins. Und den Lesern dieses kuriosen, entzückenden, tiefsinnigen Romans geht so manches Licht auf.
Sonntags-Zeitung, 08.02.2020

Stan Laurel und Thomas von Aquin sitzen in einem dunklen Tunnel fest. Wie sie gemeinsam versuchen, sich dort zurechtzufinden, ist ein unerwartet erhellendes Leseerlebnis. ... Was sich nach klaustrophobischer Enge anhört, erweist sich als das genaue Gegenteil: Markus Orths beschwört mit beeindruckender Präzision und subtilem Witz die Kraft des Gesprächs und des gegenseitigen Verstehens. Stanley und Thomas finden einen Weg zueinander – dieser Weg ist so unerhört berührend, weil die beiden einander wirklich zuhören und echtes Interesse aneinander haben.
Lina Brünig, WDR 5 Bücher, 08.02.2020

Das ist ein geistesblitzender und schräger, aber auch ein ernsthafter und bewegender Roman. ... 'Picknick im Dunkeln' ist ein Roman des Lachens und des Denkens, der zeigt, wie sehr wir auf beides angewiesen sind. Die Dunkelheit, die uns Markus Orths hier schildert, ist begeisternd hell.
Martin Oehlen, Kölner Stadt-Anzeiger, 07.02.2020

Gag gegen Gottesbeweis, Slapstick gegen Glaube - am Ende ein klares Unentschieden und vor allem ein großer Gewinn für die Leser.
Jörg Schieke, MDR Kultur, 03.02.2020

Ein philosophisches Kammerspiel, das existentiellen Ernst mit anarchischem Humor verbindet.  
ORF Bestenliste, Februar 2020

Im Lachen steckt Vitalität, Grenzüberschreitung, Selbsterkenntnis und philosophische Tiefe. Der deutsche Schriftsteller Markus Orths, selbst studierter Philosoph, Romanist und Anglist, hat dazu diesen bezaubernd originellen, klugen und amüsanten Roman geschrieben: Picknick im Dunkeln.
Hansruedi Kugler, St. Galler Tagblatt, 03.02.2020

Hochspannend! Das ist ein urkomisch-philosophischer Roman geworden, den nicht so viele hinbringen würden. … Er ist ganz leicht, man ist nicht belastet von großen philosophischen Thesen, sondern fängt an, philosophisch zu denken, ob man will oder nicht, und man merkt, dass Philosophie – Freundschaft zur Weisheit – auch etwas Schönes sein kann.
Ulrich Sonnenschein, hr 2 Kultur, 28.01.2020

[Stan und Thomas] begegnen und verstehen sie sich über Länder-, Kultur-, ja Epochengrenzen hinweg. Mönch und Showbusiness. Mittelalter und 20. Jahrhundert. Das macht diesen Roman auch so unverschämt aktuell. ... Insofern verbergen sich hinter "Picknick im Dunkeln" gleich drei Bücher: zwei halbe historische Romane, ein absurder Abenteuerroman und ein philosophisch kurzweiliges Nachdenken über das Leben, das Lachen und das Erzählen. "Picknick im Dunkeln" ist beides: witzig und nachdenklich.
Selmar Schülein, InFranken.de, 27.01.2020

Sogleich sind wir gefesselt über einem Potpourri aus tiefstem Ernst, höchster Heiterkeit und charmantestem Schalk. Was immer die beiden anschneiden, es gerät zur grossen Lebensfrage, verhandelt mit einer geistvollen Leichtigkeit und sprachlichen Eleganz, die wir anderswo bei Zeitgenossen lange suchen würden. Orths ist ein kühner Taschenspieler und ein Poet, der uns – Aussprechen streng verboten! – allemal zu spüren gibt, dass und wie bei vielen Dingen zwischen Himmel und Erde die Suche nach der Lösung höchstens das Problem verkennen könnte. Dabei wissen wir es alle und wussten es schon immer: nicht jedes ist dafür geschaffen und gedacht, gelöst zu werden.
Georg Brunold, Journal 21, 01.01.2020